Für Sie unterwegs: Romy Helbing bereist Georgien


Unsere Asien-Expertin Romy Helbing besuchte im Juni 2017 das geheimnisvolle Georgien und entdeckte dabei ein Land voller historischer Schätze, eindrucksvoller Landschaften und herzlicher Einwohner. Von den majestätischen Bergen des Kaukasus reiste sie über die moderne Hauptstadt Tiflis bis zur mediterranen Küste am Schwarzen Meer.

Zu spät kommen hat auch Vorteile...

Es heißt, an dem Tag, als Gott die Erde schuf und das Land auf die verschiedenen Völker aufteilte, kamen die Georgier zu spät, weil sie mal wieder ein Fest feierten und ihren Wein tranken. Gott war darüber nicht erfreut, denn er hatte bereits das ganze Land verteilt. Doch als die Georgier erklärten, dass sie zu spät waren, weil sie fröhlich feierten, gefiel dies Gott so sehr, dass er ihnen das schönste Fleckchen Erde gab, dass er eigentlich für sich selbst auf­gespart hatte.

Gutes Essen, guter Wein

Überhaupt sind die Georgier meisterhafte Gastgeber. Sie trinken gerne und viel Wein, allerdings immer gemeinsam mit Gästen und nie ohne einen poetischen Trinkspruch. Die zentrale Figur einer reich gedeckten Tafel ist stets der Tamada – der Tischmeister, der sich um das Wohlergehen der Gäste kümmert. In der Hauptstadt Tiflis wurde ihm sogar ein Denkmal gesetzt.  Georgien ist in der Tat ein abwechslungs­reiches und fruchtbares Land. Im Süden, an der Grenze zu Aserbaidschan, breiten sich endlos weite Steppenlandschaften aus. Die idyllische Hügellandschaft im Osten ist mit Weinbergen und kleinen Dörfern überzogen. Im Norden erstreckt sich die majestätische Bergwelt des Kaukasus‘ und im Westen die subtropische Küstenregion des Schwarzen Meeres. Es gibt kaum eine Obst- oder Gemüsesorte, die nicht in Ge­orgien wächst. So verwundert es nicht, dass gutes Essen und guter Wein ein wich­tiger Teil im Leben der Georgier sind. Die besten Reisemonate sind von April bis Oktober, wobei es in den Sommermonaten sehr heiß werden kann. Daher empfehle ich die Monate Mai und Juni sowie September und Oktober für einen Besuch in Georgien.

traditionelles Essen, Georgien Reisen
Tiflis - altertümliche Stadt mit gemütlicher Atmosphäre

Wie fast jede Reise beginnt auch meine in der Hauptstadt Tiflis. Die Stadt hat eine ganz besondere Atmosphäre und zieht jeden Besucher sofort in ihren Bann. Die Altstadt ist überschaubar. Fast alle Sehens­würdigkeiten sind leicht zu Fuß erreichbar. Typisch georgische Häuser mit ge­schnitzten Balkonen und schmale Gassen schlängeln sich den Hang hinunter ins Tal, wo der Fluss Mtkvari (Kura) gemächlich dahinfließt. Dicht an dicht drängen sich zahlreiche Kirchen, eine Moschee und eine Synagoge. In den neuen Ausgehvierteln buhlen gemütliche Restaurants und Bars um die Gunst der Gäste. Es wird gegessen, getrunken, getanzt, gelacht und einfach nur gelebt. Eine moderne Brücke aus Glas, Stahl und beständig wechselndem Lich­terspiel führt an das andere Flussufer. Hier wird das Panorama vom Präsidentenpalast bestimmt.  Überhaupt sollte man sich schon einmal an die allgegenwärtige Mischung aus Alt­stadt und modernsten Prachtbauten aus Glas und Stahl gewöhnen, denn fast jedes Stadtzentrum Georgiens wartet mit einem Bürgeramt in gewagter moderner Architektur auf.

Tiflis, Georgien Reisen

Der nächste Tag steht im Zeichen der Höh­lenklöster von David Garedscha. Die Fahrt dorthin erinnert mich an die endlos weiten Steppenlandschaften der Mongolei. Weit und breit gibt es kaum Siedlungen. Für den letzten Teil der Strecke bis zum Kloster sattle ich auf das Mountainbike um und lasse mir den Wind um die Nase wehen. Nach einer Verschnaufpause wandere ich zu den Höhlenklöstern, die sich am Ber­ghang befinden. Auf der anderen Seite überblicke ich die aserbaidschanische Tiefebene. David Garedscha ist das äl­teste Kloster Georgiens und Anwärter auf einen Titel als UNESCO Weltkulturerbe. Besonders beeindruckend sind die Fresko­malereien aus dem 9. Jahrhundert.

Höhlenkloster David Garedscha, Georgien Reisen
Ein Hauch von Toskana

Dann führt die Fahrt weiter in die Wein­region Kvareli. Die Landschaft wird wieder abwechslungsreicher und grüner. Das Weingut „Schuchmann’s“ ist der ideale Ort für eine Mittagspause. Nach einer Führung über das renommierte Weingut überzeuge ich mich selbst von den unterschiedlichen Geschmacksnuancen, die sich wahl­weise durch traditionelle oder moderne Weinherstellung herauskristallisieren. Aus Kvareli stammt auch die Lieblingssü­ßigkeit der Georgier – Churchkhela. Hierfür werden Nüsse auf einen Faden gezogen, in Traubensaft, der mit Mehl angedickt wird, getunkt und anschließend getrocknet. Bei einem kurzen Stopp in Signagi fühle ich mich in die Toskana versetzt. Romantisch thront der kleine mittelalterliche Ort über dem sanften grünen Tal.

Kirche in Signagi, Georgien Reisen
Alte Hauptstadt Mzcheta

Mein nächstes Ziel ist die ehemalige, altehrwürdige Hauptstadt von Georgien – Mzcheta, deren Kirchen und Klöster zum UNESCO Weltkulturerbe gehören. Mzcheta war einst eine wichtige Handelsstadt an der Seidenstraße zwischen dem Kaspi­schen und dem Schwarzen Meer und gilt als religiöses Zentrum Georgiens. In der Swetizchoveli Kathedrale, der „Kathedrale der lebenspendenden Säule“, soll sich der Leibrock Christis befinden.

Romy Helbing in Mzcheta, Georgien Reisen
Spirituelle Bergwelt

Auf den nächsten Teil der Reise freue ich mich ganz besonders, denn es geht zum Großen Kaukasus. Auf der gut ausgebauten ehemaligen Heerstraße, die Georgien mit Russland verbindet, fahre ich durch reiz­volle Berglandschaften immer tiefer in den Kaukasus. Am nächsten Morgen müssen wir uns beeilen, denn der Kazbek, mit 5.033 Metern der höchste Berg Georgiens, ist scheu und zeigt sich meist nur in den Morgenstunden wolkenfrei. 
Ein aktiver Tag liegt vor mir. Das Ziel meiner Wanderung ist die kleine Dreifal­tigkeitskirche, die auf 2.170 Metern thront. Die Wanderung ist anstrengend, aber es lohnt sich: der Blick ins Tal, der Blick auf den Kasbek (sofern er sich zeigt), der Anblick der kleinen Kapelle vor den ma­jestätischen Bergen sowie die spirituelle Atmosphäre an diesem heiligen Ort – ich bin tief beeindruckt.

Kazbek, Georgien Reisen
Rooms Hotel in Stepanzminda

Nach einem Tag voller besonderer Ein­drücke, ist das Rooms Hotel die ideale Wahl, um ihn ausklingen zu lassen. Herz­stück des Designhotels ist eine riesige Ter­rasse mit Blick auf die Berge und die kleine Kirche, zu der ich heute gewandert bin. Ein Indoor-Swimmingpool und Spa bieten Entspannung und auch das kulinarische Angebot des Hotels ist fantastisch. Am nächsten Morgen werde ich gegen sechs Uhr von den ersten Sonnenstrahlen geweckt. Als meine noch müden Augen den Kasbek in der Ferne erspähen, bin ich schlagartig hellwach, denn der seltene Anblick muss auf Kamera festgehalten werden. Die morgendliche Atmosphäre geht unter die Haut. Dann heißt es: ein neuer Tag, ein neues Ziel. Nach einer Stärkung am überaus reichhaltigen Frühstücksbuffet, ich schaffe es leider nicht, die komplette Auswahl an Köstlichkeiten zu probieren, führt mich die Reise weiter gen Westen.

Von den Bergen in die Stadt

Hier zeigt sich das Land wieder von einer anderen Seite. Gori, die Geburtsstadt Stalins, wartet mit einem typisch russi­schen Stadtbild mit geradlinigen breiten Straßen auf. Ganz in der Nähe liegt die antike Höhlenstadt Uplisziche. Bis heute sind die Stadtstrukturen gut erkennbar. Man schätzt, dass die Anlage bis zu 3.000 Jahre alt ist und einst um die 20.000 Ein­wohner beherbergte.

Mediterranes Flair in Batumi

Ein Abstecher nach Batumi an der Schwarzmeerküste sollte auf keiner Georgienreise fehlen. Ein Straßenabschnitt ist gesäumt mit kleinen Buden, die alle die gleiche Süßigkeit verkaufen. Ich frage mich, ob es sich lohnt, kilometerweit das gleiche Produkt anzubieten. Nachdem ich es probiert habe, erweist es sich jedoch als sehr praktisch, dass man einige Kilometer weiter noch eines dieser leckeren, karamelligen Brote mit Rosinen nachkaufen kann.

Das Stadtbild von Batumi wirkt auf den ersten Blick etwas bizarr – russische Plat­tenbauten mischen sich mit extravaganten, zumeist brach liegenden Wolkenkratzern, hübschen restaurierten georgischen Häusern, mondän anmutenden Plätzen und grünen Parks. Aber mir gefällt die Stadt, die Atmosphäre ist mediterran-ent­spannt, eine Strandpromenade lädt zum flanieren ein und das Stadtbild zeigt sich vielerorts südländisch. Man spürt die Nähe zur angrenzenden Türkei.

Batumi, Georgien Reisen

Liebend gern möchte ich noch etwas länger bleiben, aber es heißt leider schon wieder Abschied nehmen. Den letzten Tag verbringe ich nochmals im schon so ver­trauten Tiflis. Bei einem Glas Tschatscha, eine Art georgischem Cognac, lasse ich die Eindrücke Revue passieren. Wir stoßen an auf ein beeindruckendes Land, herzliche Menschen und eine wunderbare Reise – „Gaumardschoss!“!

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