Die Weihrauchstraße im Oman

Die Heiligen Drei Könige schenkten dem Christuskind neben Gold und Myrrhe auch Weihrauch – vor 2000 Jahren ein Luxusprodukt, das auf dem Weltmarkt Höchstpreise erzielte. Die Weihrauchstraße, die von Südarabien zum Mittelmeer führte, war neben der Seidenstraße wohl die bedeutendste Handelsstraße der damaligen Welt. Reisende können heute noch im südlichen Oman auf den Spuren des Weihrauchbooms wandeln und in die Ära der Karawanen eintauchen.

 

Die Heimat des Weihrauchbaums

Weihrauch ist das Harz des Weihrauchbaums (boswellia sacra), das sich durch Anritzten der Baumrinde bildet. Der austretende Saft erstarrt zu Tropfen, die eingesammelt werden. Der Weihrauchbaum braucht ein bestimmtes Klima zum Gedeihen, deshalb wächst er nur in einem schmalen Klimagürtel in drei Regionen der Erde: in den Trockengebieten ums Horn von Afrika – in den Ländern Somalia, Äthiopien, Eritrea und Sudan –, in Indien und in Arabien. Dort vor allem im Jemen und in Dhofar, im heutigen Süd-Oman.

 

Weihrauchbäume in Dhofar
Gefäß mit Weihrauch

Die Weihrauchstraße von Dhofar zum Mittelmeer

Seine Blütezeit erlebte der Weihrauchhandel zwischen dem 5. Jahrhundert vor Christus und dem 1. Jahrhundert nach Christus – lange bevor Weihrauchdüfte durch christliche Kirchen zogen. Dhofar war damals Zentrum der Weihrauchproduktion, und Karawanen von Händlern zogen mit ihren Kamelen von dort auf der mehr als 2000 Kilometer langen Weihrauchstraße ans Mittelmeer. Mehrere Monate benötigten die schwer beladenen Kamele, um den edlen Duftstoff und andere Luxusgüter wie Myrrhe aus dem heutigen Oman und aus dem Jemen über Saudi-Arabien nach Jordanien und weiter in die ägyptische Hafenstadt Alexandria oder nach Damaskus zu transportieren. Dort verluden Händler die edle Ware auf Schiffe, die nach Europa segelten. 

Die Weihrauchstraße im Oman: Wilde Kamele in Dhofar

Wofür nutzt(e) man Weihrauch?

Die Frauen im Römerreich waren verrückt nach Parfüms mit Weihrauch und Myrrhe. In Ägypten nutzte man die Harze, um Mumien einzubalsamieren und Medizin sowie Kosmetik herzustellen. In römischen, jüdischen und später auch christlichen Gotteshäusern betörten die Düfte bei religiösen Zeremonien die Sinne. Die Nachfrage war so hoch, dass man Harztropfen teilweise mit Gold aufwog.

Weihrauch war aber nicht nur seines Geruchs wegen begehrt. Es hieß, sein Rauch würde direkt in den Himmel aufsteigen und sei ein wirksames Heilmittel gegen alles – von Hämorrhoiden bis zu Verstopfung, Geschwüren und Unfruchtbarkeit. Auch als Abwehrmittel gegen Schlangen, Mücken und böse Geister kam er zum Einsatz.

Hat Weihrauch auch nicht mehr den Glamour der Vergangenheit – in internationalen Parfümhäusern und als ätherisches Öl ist er nach wie vor heiß begehrt. 

Weihrauchzeremonie im Oman

Weihrauch im Oman heute

Auch im Oman hat das aromatische Harz nicht mehr den gleichen wirtschaftlichen Stellenwert wie in der Antike, im Alltag spielt er noch immer eine wichtige Rolle. Ein Weihrauchverbrenner fehlt in keinem omanischen Haushalt. Haus und Kleidung werden außerdem mit Weihrauch parfümiert, das Trinkwasser mit dem Duftstoff aromatisiert. Und auch heute ist man überzeugt, dass die ätherischen Dämpfe Magen- und Darmbeschwerden einfach wegräuchern.

Bei der diesjährigen EXPO Weltausstellung in Dubai inspirierte boswellia sacra, der Weihrauchbaum, den omanischen Pavillon. Die Ausstellung erzählt von der Bedeutung des Duftstoffs in den unterschiedlichen Bereichen von Transport bis Nachhaltigkeit. Und nicht zuletzt von den internationalen Freundschaften, die entlang der Handelsrouten über die Grenzen hinweg entstanden.

Weihrauchgefäße im Basar

Weihrauchspuren auf einer Reise im Oman

Ein kurzer Flug bringt Reisende von Muscat nach Salalah, in die Provinzhauptstadt von Dhofar. Auf dem Höhepunkt der Weihrauchstraße lag hier eines der wichtigsten Zentren für den lukrativen Weihrauchhandel, der Dhofar zu einer der reichsten Regionen der antiken Welt machte. 

Im Weihrauchbaum-Nationalpark, 40 Kilometer nördlich von Salalah, wachsen in einem ehemaligen Flussbett mehr als 5000 zum Teil einzigartige Exemplare des Arabischen Weihrauchbaumes. Aus ihnen gewinnt man den omanischen Royal al-Hojari, der fast transparent ist, grünlich schimmert und als reinster Weihrauch der Welt gilt. Und auch der teuerste ist. 2000 erhob die UNESCO das trockene Tal in der Provinz Dhofar zusammen mit anderen Stätten an der sagenumwobenen Weihrauchstraße zum Weltkulturerbe.

In den Weihrauchsouks von Salalah steigen Rauchschwaden auf, Händler bieten Räuchermischungen aus Myrrhe und Weihrauch an. Neben dem Basar liegen der Sultanspalast und das Weihrauchmuseums. Gleich dahinter erstreckt sich der lange Sandstrand, an dem sich heute Besucher aus dem Westen sonnen, aber auch die Ruinen von Al-Baleed, dem antiken Weihrauchhafen von Salalah. Dort lagen in den Glanzzeiten des Weihrauchhandels Dhows, traditionelle Segelschiffe, vor Anker, die die damals bekannte Welt mit den duftenden Schätze aus Dhofar belieferten. 

 

Strand in Dhofar
Wasserfälle im Dhofar

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